29.–31. Mai 2026 in Nieder-Moos
Die Suchtselbsthilfetage fanden in diesem Jahr vom 29.–31. Mai in Nieder-Moos statt. Das Angebot richtete sich an Betroffene und Angehörige, die nach Inspiration, Unterstützung und sinnvollem Austausch suchten.
Für mich persönlich sind die Gespräche mit Betroffenen mit Abstand das Wichtigste, da ich hierbei immer wieder Parallelen zu meiner eigenen Suchtkarriere entdecke. So konnten wir Gläser gravieren und damit eigene Ideen dauerhaft festhalten. Wer eher mit Naturmaterialien gearbeitet hat, fand in der Holzgestaltung eine Option.
Ein weiterer Schwerpunkt dieses Wochenendes lag im Vortrag einer Suchttherapeutin der Caritas in Gießen zum Thema Co-Abhängigkeit bei Suchterkrankungen. Coabhängigkeit beschreibt Muster von Verhalten, Gefühlen und Dynamiken in Beziehungen, die entstehen, wenn eine Person enge Bezugspersonen mit Suchtproblematik unterstützt, schützt oder kontrolliert – oft auf Kosten der eigenen Bedürfnisse.
Ich fühlte mich bei diesem sehr fundierten Vortrag oft ertappt und peinlich berührt darüber, was meine Suchterkrankung mit meinem Umfeld gemacht hat. Ich bin heute sehr dankbar dafür, mithilfe meiner SHG des Freundeskreises Unterstützung, Verständnis und Wertschätzung zu finden.
Text: Heike Lippert, Freundeskreis Bad Nauheim
